In allen Kindergärten gibt es Gewalt unter Kindern, Vielleicht sind keine besonders aggressiven Kinder vertreten und die Gewalt ist nicht auffallend brutal, aber es gibt sie! Desweiteren sind die heutigen Kindergartenkinder die Grundschüler von Morgen. Faustlos ist eben auch primär Prävention, setzt also an, bevor eine Situation eingetreten ist.
                  Kann Faustlos überhaupt funktionieren, wenn das Elternhaus nicht miteinbezogen wird?
 
                  Elternarbeit ist ein wichtiger Punkt im Faustlos Konzept. Die Eltern sollen so gut wie möglich über das Projekt informiert werden und daran teilhaben können.
                  Wenn die Eltern über die vermittelten Inhalte informiert sind, können sie das Gelernte zu Hause verstärken.
                  Ein Erfolg wird sich allerdings auch ohne Mitwirkung des Elternhauses zeigen.
                  Wenn Kinder zu Hause Gewalt erleben bringt das Projekt dann überhaupt was?
 
                  Natürlich ist es für Kinder die keine Gewalt erfahren einfacher sich in Faustlos wieder zu finden, aber Kinder die Zuhause Gewalt erleben haben trotzdem eine Chance durch Gegenerfahrungen zu lernen.
                  Müssen wegen dem Projekt andere Kindergartenattraktionen ausfallen?
 
                  Nein. Faustlos wird in der Regel einmal die Woche an einem festen Tag zu fester Uhrzeit durchgeführt.
                  Die Durchführung dauert etwa 20 Minuten und beeinflußt daher kaum die anderen Projekte und Attraktionen des Kindergartens.
                  Ist Faustlos-Kindergarten eine Vorbereitung auf Faustlos-Grundschule?
 
                  Nein. Faustlos-Kindergarten ist ein in sich abgeschlossenes Projekt. Das heißt, dass es mit der ersten Lektion beginnt, auf den weiteren aufbaut und mit der letzten endet. Es ist weder ein Einstieg noch eine Vorbereitung für das Grundschulkonzept und somit auch nicht Grundlagenvorraussetzung für das Grundschulprojekt.
                  Sind drei und vierjährige Kinder nicht zu klein für dieses Projekt?
 
                  Ja und nein. Die Erfahrung hat gezeigt, das kleine Kinder der ersten Einheit "Empathie" gut folgen können. Bei den späteren Einheiten werden die Denkanforderungen an die Kinder höher, so, das drei und vierjährige in der Regel nicht mehr komplett folgen können. Allerdings ziehen sich auch diese Kinder hier und da etwas für sich heraus.
                  Im nächsten Kindergartenjahr, wenn Faustlos wieder angeboten wird, sind die vorher drei und vierjährigen bereits vier und fünf Jahre alt und können nun besser folgen, da sie bereits einiges bei der ersten Durchführung verinnerlicht haben.
                  Wenn ein Kind mit drei Jahren in den Kindergarten kommt und dort bis zum Schuleintritt bleibt, dann macht es ja drei bis viermal beim Faustlosprojekt mit, wird das nicht irgendwann langweilig?
 
                  Im Allgemeinen lieben und brauchen Kinder ständige Wiederholungen. Jeder der Kinder hat kennt dieses Verhalten, abends muß es immer das gleiche Bilderbuch sein, dreimal hintereinander der selbe Videofilm oder ähnliches. Wie es sich bei Faustlos speziell verhält können wir noch nicht so genau sagen, da wir uns noch in der ersten Runde befinden.
                  Hier muß jeder Kindergarten seine eigenen Erfahrungen machen. Schädlich wird es für die Kinder aber sicherlich nicht sein.
                  Ist das Projekt besonders wichtig für Einzelkinder?
 
                  Nein. Von besonderer Wichtigkeit für Einzel oder Geschwisterkinder kann man nicht reden. Entwicklungswissenschaftler sind sich noch nicht einmal einig, wer von beiden das bessere Sozialverhalten zeigt. - Geschwisterkinder sind kooperativ, weil sie es gelernt haben
                  - Einzelkinder sind unkooperativ, weil sie es nicht gelernt haben
                  So einfach ist es nicht, die andere Hälfte der Wissenschaftler sagt:
                  - Geschwisterkinder sind unkooperativ, weil sie es immer sein müssen
                  - Einzelkinder sind kooperativ, weil sie es freiwillig tun. Außerdem werden gleichermaßen Geschwisterkinder wie Einzelkinder Opfer von Gewalt und alle sind Teil einer Kindergartengruppe.