Der Landkreis Wittmund befindet sich im Herzen von Ostfriesland im Bundesland Niedersachsen.
                  Der Landkreis besteht aus insgesamt vier Gemeinden, die da wären: Friedeburg, Holtriem, Stadt Wittmund und Stadt Esens.
                  Faustlos hat bei uns im November 2002 in der Gemeinde Friedeburg an vier Kindergärten und zwei Spielkreisen als Pilot begonnen.
                  Mittlerweile haben alle diese Kindergärten und Spielkreise mit der erstmaligen Durchführung des Projekts abgeschlossen.
                  Die Meinungen von Eltern, Kindern und den Erzieherinnen sind vom Anfang bis heute fast ausschließlich positiv.
                  In einem Kindergarten wird in einer Integrationsgruppe mit Faustlos gearbeitet und es wurden gute Erfahrungen damit gemacht.
                  
                   
                     Der Präventionsrat im Harlingerland e.V. leitet das Projekt im Landkreis und hat zum gegenseitigen Austausch der Faustlos-Fachkräfte einen Stammtisch gegründet.
                  
                  Bei diesem Stammtisch treffen sich die Fachkräfte
                  alle 4 - 6 Wochen in einem der Kindergärten oder Spielkreisen.
                  Dort wird dann geklärt bei welchen Lektionen sich die einzelnen Einrichtungen gerade befinden, es findet ein Austausch statt über gelungene und weniger gelungene Lektionen und gute und schlechte Kritik zu den Faustlos Materialien und des Curriculums verteilt.
                  Hier werden desweiteren Probleme besprochen bei denen der Präventionsrat unterstützend eingreifen kann, zum Beispiel bei personellen Engpässen, Teamschwierigkeiten, Problemen mit dem Träger oder wenn eine Supervision erwünscht ist.
                  Da alle Fachkräfte Schwierigkeiten mit der Handhabung der Handpuppen hatten, einige mit psychologischen Blockaden kämpften, wurde ein Handpuppenspieler eingeladen, der fachliche Beratung leistete.
                  Der Präventionsrat organisiert die Fortbildung zu Faustlos, Mobilisiert die Einrichtungen zur Teilnahme und die Träger zur Finanzierung.
                  Er begleitet die Stammtische, leistet Hilfe, organisiert Fachleute, begleitet Elternabende, erstellt Fragebögen für die Evuluation von Faustlos, wertet diese aus, und steht bei Fragen von Eltern, Fachkräften und Trägern zur Verfügung.
                  Außerdem bietet er den Faustlos-Koffer zur einmaligen Durchführung aller Lektionen zum Verleih für ein Pfand von 50 €uro an, die nach Rückgabe zurückerstattet werden, beim Kauf des Koffers werden diese verrechnet.

                  Die Elterninformationen waren den Eltern laut Umfrage bisher zu gering, an zwei Kindergärten wurde ein Elternabend veranstaltet, ansonsten wurden die vorgedruckten Elterninformationen herausgegeben.
                  In einem Kindergarten hat eine interessierte Mutter hospitiert.
                  Viele Eltern wünschten sich Informationen speziell zur Entwicklung ihres Kindes bei Faustlos, das war bisher aus zeitlichen Gründen nicht abzuleisten.
                  Im Landkreis Wittmund - nur für den Landkreis Wittmund- bietet die Polizei an zwei bestimmte Lektionen in Uniform zu übernehmen.

                  Einige Erzieherinnen wünschten sich den Kindern nach Ablauf des Projekts einen Orden oder ein Abzeichen zu verleihen.
                  Daraufhin erstellte der Präventionsrat Buttons mit dem Herzsmilie für die Kinder.
                  Aus zwei Grundschulen im Landkreis gab es auch bereits Anfragen zu Faustlos-Grundschule.

                  Nach erfolgreichem Beginn des Pilots in Friedeburg wurde Faustlos auf den weiteren Landkreis ausgeweitet.
                  Leider scheiterte es des öfteren an der Finanzierung im eigenen Landkreis, allerdings hängten sich Nachbarlandkreise dem Projekt an.
                  Finanziert wird das Projekt bisher von den Trägern der jeweiligen Einrichtungen. Sich Sponsoren zu suchen, zum Beispiel Banken, Versicherungen etc. ist natürlich auch möglich.
                  Auch eine Patenschaft (näheres dazu auf der Heidelberger Faustlos Homepage) oder eine Finanzierung über die Eltern ist denkbar.

                  Faustlos ist zur Zeit in folgenden Kindergärten und Spielkreisen vertreten:

                          Kindergarten Tiddeltopp Aurich
                          Kindergarten Regenbogen Wilhelmshaven
                          Kindergarten "Kinnerhuus" Wiesmoor
                          Kindergarten Voßbarg Wiesmoor
                          Kindergarten Mullberg Wiesmoor
                          Kindergarten "Regenbogensteppkes" Hinrichsfehn
                          Kindergarten Horsten
                          Kindergarten Etzel
                          Kindergarten Friedburg Hauptstraße
                          Kindergarten "Am Glockenturm" Friedeburg
                          Kinderspielkreis Reepsholt
                          Kinderspielkreis Wiesedemeer
                          Kindergarten "Robert Koch Straße" Wittmund
                          Kindergarten "Dree klör" Blersum
                          Kindergarten "Dree klön" Burhafe
                          Kindergarten Ardorf

                  Weil wir mit unserer Arbeit niemals alle zufriedenstellen können nun folgende Geschichte....
                  Die Schwierigkeit es allen recht zu machen
                  Ein Vater zog mit seinem Sohn und einem Esel in der Mittagsglut durch die staubigen Gassen von Keshan. 
                  
                  Der Vater saß auf dem Esel, den der Junge führte.
                  "Der arme Junge", sagte da ein Vorübergehender. "Seine kurzen Beinchen versuchen mit dem Tempo des Esels Schritt zu halten. Wie kann man so faul auf dem Esel herumsitzen, wenn man sieht, daß das kleine Kind sich müde läuft."
                  Der Vater nahm sich dies zu Herzen, stieg hinter der nächsten Ecke ab und ließ den Jungen aufsitzen.
                  Gar nicht lange dauerte es, da erhob schon wieder ein Vorübergehender seine Stimme: "So eine Unverschämtheit. Sitzt doch der kleine Bengel wie ein Sultan auf dem Esel, während sein armer, alter Vater nebenherläuft."
                  Dies schmerzte den Jungen und er bat den Vater, sich hinter ihn auf den Esel zu setzten.
                  "Hat man so was schon gesehen?" keifte eine schleierverhangene Frau, "solche Tierquälerei! Dem armen Esel hängt der Rücken durch, und der alte und der junge Nichtsnutz ruhen sich auf ihm aus, als wäre er ein Diwan, die arme Kreatur!"
                  Die Gescholtenen schauten sich an und stiegen beide, ohne ein Wort zu sagen, vom Esel herunter.
                  Kaum waren sie wenige Schritte neben dem Tier hergegangen, machte sich ein Fremder über sie lustig: "So dumm möchte ich nicht sein. Wozu führt ihr denn den Esel spazieren, wenn er nichts leistet, euch keinen Nutzen bringt und noch nicht einmal einen von euch trägt?"
                  Der Vater schob dem Esel eine Hand voll Stroh ins Maul und legte seine Hand auf die Schulter des Sohnes.
                  "Gleichgültig, was wir machen", sagte er, "es findet sich doch jemand, der damit nicht einverstanden ist. Ich glaube, wir müssen selbst wissen, was wir für richtig halten."
                  (Aus: Peseschkian. Der Kaufmann und der Papagei)
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